Die letzten 20 Meter in der Automatisierung waren lange ein Nadelöhr: Sensoren und Aktoren mussten einzeln verdrahtet werden – je mehr Sicherheitssignale und Diagnosedaten übertragen werden sollten, desto komplexer die Verdrahtung. EUCHNER löst dieses Problem mit IO-Link Safety und statt vieler Adern ist nur noch eine einzige Leitung notwendig, die alles überträgt. Und es geht noch weiter: mehr Funktionen, mehr Daten, mehr als nur ein sicheres Signal.

Mit IO-Link Safety vereinfacht EUCHNER die Kommunikation auf den letzten 20 Metern deutlich. Statt die Informationen über viele einzelne Adern zu übertragen, kommt jetzt nur noch eine Leitung als Plug-and-Play-Lösung zum Einsatz. Der Effekt: keine Einzelverdrahtung mehr. Gerade bei Sicherheitszuhaltungen an Maschinen, wo viele Einzeladern zusammenkommen, ist das besonders praktisch. Zudem lieferten klassische Konzepte kaum mehr als ein digitales Signal – sicher oder unsicher, ja oder nein, Schutztür geöffnet oder geschlossen.
Eine Leitung, mehr drin
Die Antwort ist IO-Link Safety. Eine Erweiterung des bewährten IO-Link-Protokolls, die Sicherheits- und Zusatzdaten gemeinsam über eine einzige Punkt-zu-Punkt-Verbindung an einen IO-Link Safety Master überträgt – bis SIL3 / PL e, standardisiert nach IEC 61131‑2.
Der entscheidende Fortschritt liegt nicht in der vereinfachten Verdrahtung allein, sondern in einem grundlegenden Funktionssprung: Statt nur sicher/unsicher zu signalisieren, liefern die Geräte kontextbezogene Informationen. Welcher Betätiger hat ausgelöst? Warum wurde eine Tür geöffnet? Ist die Türmechanik in Ordnung? „Mit IO-Link Safety übertragen wir Sicherheitsinformationen inklusive Kontext. Damit eröffnen sich Funktionen, die vorher technisch nicht möglich waren“, erklärt Xabier Antolin, Head of Product Management bei EUCHNER.
Diese semantische Ebene schafft die Basis für neue Maschinenkonzepte – und als willkommenen Bonus: umfangreiche Diagnosedaten in Echtzeit.
Gute Gründe für IO-Link Safety
IO-Link Safety nutzt dieselbe Verbindungstechnik wie Standard‑IO‑Link. Der Anwender benötigt lediglich einen IO-Link-Safety-geeigneten Master. Er hat einen Standard für alle Geräte, vom einfachen Sensor bis zur komplexen Sicherheits-Zuhaltung. Neue Funktionen wie die sichere Übertragung von Betätiger-ID, Schlüsseldaten oder Mechanik-Status liefern Informationen, die über klassische Verdrahtung nie verfügbar waren. Gleichzeitig reduziert sich der Planungs- und Installationsaufwand erheblich: Eine Leitung ersetzt viele Einzeladern. Geräteparameter lassen sich schnell über IO-Link Safety übertragen, wodurch der Geräteaustausch ohne langen Stillstand gelingt. Schließlich stehen umfangreiche Zustandsdaten und Diagnoselogs in Echtzeit zur Verfügung. Der Nutzer sieht nicht nur, dass Fehler ausgelöst wurden, sondern auch warum – das reduziert die Stillstandszeit und erleichtert gezielte Wartung.
Sichere Kommunikation über Standard-Leitungen – ohne Mehraufwand

Technisch basiert IO-Link Safety auf dem sogenannten Black-Channel-Ansatz: Sicherheitsdaten werden über einen physikalisch unsicheren Kanal übertragen, sind dabei aber zuverlässig geschützt. Für den Anwender bedeutet das volle Sicherheit, ohne dass er Details selbst konfigurieren muss.
Im Vergleich zu klassischen Safety‑Bussystemen arbeitet IO-Link Safety mit kompakten Datenstrukturen und zyklischen Punkt‑zu‑Punkt‑Verbindungen. Die Reaktionszeiten bleiben niedrig, die Architektur übersichtlich.
Zwei Konzepte von EUCHNER existieren parallel im Markt:
- Sicherheitsschalter der Baureihen BP/BR in Kombination mit einem Gateway (ESM‑CB oder GWY): Nicht‑sichere Daten laufen über IO-Link, Sicherheitssignale werden klassisch verdrahtet, geeignet für Bestandsanlagen und Erweiterungen bestehender Topologien.
- Integriertes IO-Link Safety: Sicherheits- und Zusatzdaten laufen gemeinsam über IO-Link Safety bis zum Master, die zukunftsgerichtete Lösung für neue Maschinenkonzepte.
Warum jetzt damit beschäftigen?
Maschinen werden flexibler, Varianten zahlreicher, die Integrationsdichte höher. Klassische Verdrahtung limitiert diese Entwicklung. IO-Link Safety erweitert das bewährte IO-Link-Protokoll um eine sichere Kommunikationsschicht und öffnet damit den Weg zu echten modularen Sicherheitskonzepten.
Maschinenbauer profitieren unmittelbar, besonders in Anlagen mit häufigen Formatwechseln, dezentralen Sicherheitsstellen oder hohem Diagnosebedarf: im Sondermaschinenbau, in flexiblen Fertigungszellen und in der Montagetechnik. Gerade für den Mittelstand gilt: Eine standardisierte, skalierbare Safety-Technik schafft Zukunftssicherheit, ohne bestehende Feldbus- und Steuerungssysteme zu ersetzen.
Know-how trifft Praxis

EUCHNER entwickelt und produziert busbasierte Sicherheitstechnik seit 2008. IO-Link Safety macht die bewährten transpondercodierten Sicherheitsschalter, Zuhaltungen und Schutztürsysteme jetzt kommunikationsfähig bis SIL3 / PL e. Der Fokus liegt nicht auf der Schnittstelle selbst, diese ist standardisiert und herstellerunabhängig. Der Unterschied steckt in der Erfahrung: Die Sicherheitsexperten bei EUCHNER wissen, welche Informationen aus der Sicherheitskomponente zählen, und holen sie gezielt heraus.
Das erste vollständig integrierte Produkt ist der CES-C07: ein kompakter Sicherheitsschalter ohne Zuhaltung. Weitere Geräte, darunter CTP-Zuhaltungen mit IO-Link Safety, sind in Vorbereitung.
„Wir hören nicht bei der Vereinfachung der letzten 20 Meter auf. Wir gehen weiter bis zur sicheren, kontextreichen Kommunikation über die gesamte Sicherheitskette“, betont Xabier Antolin.
